Lili Süper
Vita
THE SERVICE - Juli 2024
Siddiq Projects Galerie
Hamburg, Germany
curated by Rahima Siddiq
works:
-Der Engel des Fortschritts
-Reihe: Looking through metallic eyes
-Performance/Videowork: The Service (+Editionen)
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1. Der Engel des Fortschritts
2025, Skulptur ca. 310cm x 210cm x 210cm
Stahl, Holzpfähle, Thermoplastic Elastomer, Teer, Silikon, Kunsthaar, Kleidung, Schaumstoff, LED-Dioden, Batterien
Hamburg
Lebensgroße Silikonfigur auf geteerten blinkenden Holzstelzen mit verlaufendem Gesicht.
Eine menschenähnliche Skulptur auf Holzstelzen markiert den Eingang zur Ausstellung. In einer entrückten Position schwebt sie über dem Geschehen und blickt auf die Besucher:innen hinab. Im Engel treffen Materialien und Geschichten aufeinander: Eine Gummipuppe aus chinesischer Produktion, in der Funktion als Sexobjekt hergestellt, kniet auf Holzpfählen aus den Obstplantagen des hanseatischen Alten Lands. Andauernd werden die Holzpfähle angefunkt: Flüssigkeitsdaten, Dripdaten, Daten zur Farbe Blau. Woher kommen die Funksignale? Sowieso wüsste hier niemand, wie sie zu entschlüsseln wären. Gemische aus Schlamm und Teer haben sich an den Pfählen festgehakt. Die Kleidung deutet darauf hin, dass dieser Körper eine Funktion hatte, in einem Dienst war, oder immer noch ist. In wessen Dienst? Der Körper hängt auf den Pfählen oder kniet er devot. Er ruht sich aus, er tropft aus, er macht sich bereit für den nächsten Service.
2. Reihe: Looking through metallic eyes
2025, digital gestrickte Textilarbeiten 170cm x 93cm
Schurwolle, Merinowolle, Baumwolle, MDF
London
Die vier digital gestrickten Arbeiten übersetzen Satellitendaten des Sentinel-2 in textile Kompositionen aus acht Farben.
Für Looking through metallic eyes nutzt Lili Süper die Open Source Daten des europäischen Satelliten- und Erdbeobachtungsprogramms Copernicus. Die Satelliten produzieren nicht bloss fotografische Abbilder der Erdoberfläche, sondern messen Parameter wie z.B. Temperatur, Feuchtigkeit, Salzigkeit, UV-Belastung. Diese Messdaten lassen sich wiederum einzeln ansteuern und visualisieren, wodurch eine Vielzahl von Landschaftsbildern entstehen kann: Man sieht darin das, wonach man sucht.
Die hier ausgewählten Ausschnitte zeigen eine Erdoberfläche, die gekennzeichnet ist von menschlichen Einflüssen: Einen brasilianischen Staudamm, eine Überschwemmung in Griechenland, das Seebett des ausgetrockneten Chew Bahir in Äthiopien und die vor Hitze glühenden Rocky Mountains.
Das Prinzip des Webens und Verknüpfens, welches auch eine Grundlage des Computer-Webs war, wird wieder umgedreht: Die digitalen Bilder werden im automatisierten Web-Stuhl wieder zur stofflichen Materie gesponnen und verwandeln die Daten in hochwertige Strickarbeiten. Jede Masche repräsentiert dabei ein Pixel.